Donnerstag, 7. Oktober 2010

new brunswick and prince edward island

Liebe Interessierte

Mit vollgeschlagenem Wanst sitzen wir in unserem Motel Zimmer und nutzen die Gelegenheit, euch über die letzten Geschehnisse unserer Reise zu informieren.
Nach einer entspannten Nacht in Alma innerhalb vom Fundy National Park machten wir uns zeitig auf den Weg weiter Richtung Norden. Das Schöne an unserer Reise ist, dass wir keinen festen Plan haben, den wir einhalten müssen oder sollten. Wir können schön alles von dem Wetter, von der Laune und von sonstigen Einflüssen abhängig machen. Der Start in diesen Tag war aber etwas harzig, denn ohne Frühstück sind sämtliche Teilnehmer etwas murrig aufgelegt. Die enorm schöne Gegend, die uns mit Sonnenschein noch viel schöner erscheint, stimmt uns aber milde. Nach einer eher kurzen Fahrt gelangen wir ans Cape Hopewell. Hier gibt es imposante Gesteinsformationen, die je nach Stand der Gezeiten ganz unterschiedlich aussehen. Das wirklich spannende daran aber war, dass das Tourist-Center nebst dem Inkasso des Eintrittes auch ein herrliches Frühstück anbot. So beschlossen wir, uns vor der kulturellen Kost zuerst mal tüchtig mit eher realen Kost zu stärken, was sich wiederum enorm positiv auf das Stimmungsbarometer auswirkte. So waren im Anschluss auch die Felsen von Cape Hopewell wirklich wunderschön und wir genossen, was uns die Natur hier bot.

Bei strahlendem Sonnenschein zogen wir weiter durch schier endlose Wälder und wunderbare Landschaften. Man kann sich vorstellen, dass New Brunswick knapp doppelt so gross ist, wie die Schweiz, jedoch nur 730‘000 Einwohner zählt. Entsprechend menschenleer präsentiert sich die Landschaft, was den leidenschaftlichen Kanada-Besucher natürlich hoch erfreut. Nordwestlich von New Brunswick liegt die Prince Edward Island – kurz PEI genannt. Es ist in der Tat eine Insel, welche nebst dem Wasserweg erst seit 1997 über die Confederation Bridge erreicht werden kann. Natürlich knöpfen einem hier die freundlichen Kanadier glatte 42.50 Dollar ab, wenn man die Brücke überqueren will. Aber wenn man vor diesem gewaltigen Bauwerk steht, welches mit knapp 13 Kilometern die längste Brücke von Kanada ist und auch zu den längsten Brücken weltweit gehört, dann versteht man, dass der Passant hierfür etwas zahlen muss. Kaum angekommen in PEI findet sich der Reisende in einer anderen Welt wieder. Irgendwie erinnert viel an die Schweiz. Es wirkt alles sehr ordentlich, aufgeräumt, Ackerbau bestimmt das Landschaftsbild. Wir fahren über Felder, vorbei an malerischen Dörfern bis wir den Atlantik an der Nordküste erreichen. Eine traumhafte Gegend, welche wir völlig für uns geniessen und entdecken können. Selbst der Nationalpark verlangt keinen Eintritt und dies nur, weil wir so aufgestellte Kerlchen sind. Zumindest bilden wir uns dies ein ziehen glücklich von Dannen. In Charlottetown gönnen wir uns ein sehr leckeres Abendessen wo wir sofort Freundschaft mit dem Kellner schliessen. Es ist ein herrlicher Ort, eine herrliche Insel und einfach ein traumhaftes Land!

Wie immer ziehen wir aber am Morgen danach weiter. Es reizt uns ein Nationalpark etwas weiter im Westen – wiederum an der Atlantikküste von New Brunswick. Er nennt sich Kouchibouguac National Park – wie er ausgesprochen wird, überlassen wir jedem Leser individuell. Dort erwarten uns traumhafte Sanddünen, Wasservögel und eine Landschaft, die man so gar nicht erwarten würde. Aufgrund der unzähligen Parkplätze können wir nur erahnen, wie überlaufen dieser Ort in der Hochsaison sein muss – wir jedoch können die idyllischen Strände für uns ganz alleine geniessen… einfach herrlich. Damit ist aber auch der nördlichste Punkt unserer Reise erreicht und wir machen uns langsam auf den Weg zurück in den Süden.

Das Wetter ist uns noch immer gut gesinnt und bei wenig bis gar keinem Verkehr lassen sich selbst sehr lange Strecken ganz entspannt und stressfrei bewältigen. Hier präsentiert sich der Indian Summer in seiner ganzen Pracht. Gelb, orange und rot leuchten uns die Laubbäume entgegen und man möchte überall stehen bleiben um dieses farbige, gigantische und imposante Spektakel ins sich aufzunehmen. Am Abend landen wir in Woodstock, mehr oder weniger unmittelbar an der US amerikanischen Grenze. In einem netten kleinen Motel lassen wir uns nieder und der Betreiber – der Inder namens CJ – macht uns seine neu eingeführte indische Küche schmackhaft. Das lassen wir beiden experimentierfreudigen Kerlchen uns nicht zweimal sagen und nehmen Platz in seinem Restaurant. Zwar ist das Abendessen sehr lecker, nur verstehen wir im Anschluss auch sehr gut, wieso die meisten Inder so dermassen schlank sind – in unserer Weltanschauung war dies allerhöchstens ein Apéro-Häppchen. Aber er lächelt freundlich und etwas devot, fragt aber sofort sehr geschäftstüchtig, ob wir noch ein Dessert möchten. Nun, egal, wir müssen ja auch nicht immer mit zum Bersten gefüllten Wänsten ins Bett plumpsen. Der Abend entwickelt sich aber sehr köstlich. Denn wir werden von Janet und Locke angesprochen, einer Kanadierin mit ihrem Mann. Nach kurzer Zeit haben wir alle einen kleinen Sitzen (einige einen grösseren als andere) und diskutieren angeregt über Gott und die Welt und die kulturellen Unterschiede zwischen Nordamerikanern und den Europäern. Wir haben es sehr genossen und verbrachten einen lustigen Abend. Nach dem 4. Jack Daniels (pur und ohne Eis) meinte Locke aber mit voller Überzeugung, dass er uns ganz sicher anlässlich unserer Hochzeit im nächsten Jahr besuchen werde. Ja, bestimmt… haben wir die kulturellen Unterschiede schon erwähnt?

Am heutigen Mittwoch haben wir die Grenze zur USA wieder überquert. Die Grenzbeamtin war – oh absolutes Wunder – überaus freundlich und speditiv. In schlappen 5 Minuten hiess es plötzlich: welcome back and have a save trip! Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Auch auf der nachfolgenden Strecke wäre der Indian Summer einfach sagenhaft, doch leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Bei heftigem Regen ist die Sicht kaum weiter als 20 Meter. So entschliessen wir uns – nicht ganz uneigennützig – uns primär westwärts zu bewegen. Nun, dem ungeübten Leser mag hier nichts dabei auffallen, die Auflösung aber folgt später. Heute gingen wir auch zum ersten Mal auf unserer Reise in einen Walmart – eine Mischung aus Migros, Coop, Interdiscount, Franz Carl Weber und Apotheke – einfach viel, viel, viel grösser. Herrlich. Ohne gross etwas zu kaufen, zogen wir durch die Abteilungen und genossen es zu sehen, was sich die Amerikaner alles reinziehen. Unglaublich… sowas muss man erlebt haben. Trotz Regen machten wir heute viele Meilen gut und übernachten in Bethel, einem ganz kleinen Ort kurz vor den White Mountains. In diesem Motel gibt’s auch noch einen Hot Tub – ein Aussenwhirlpool, welches wir natürlich als einzige Gäste ausgiebig nutzen. Tja, und da morgen das Wetter (leider) immer noch schlecht ist, machen wir uns den Vorteil zu Nutze, dass die White Mountains bereits wieder in New Hampshire liegen – was wiederum für 0% MWST steht – was wiederum für gigantische Shopping-Metropolen steht, wovon wir eine nur knapp eine halbe Stunde entfernt entdeckt haben. Nicht, dass wir uns darauf freuen würden, aber wenn man schon hier ist und das Wetter schlecht ist, was soll man denn sonst tun? Zudem sind pro Person 2 Gepäckstücke an je 23 Kilo erlaubt… :-)

Somit schliessen wir die Berichterstattung der letzten Tage und senden herzliche Grüsse in die Heimat.

Tämi & Andy

2 Kommentare:

  1. Hallo Ihr Beiden
    Es ist schon immer wieder beeindruckend, was Ihr alles auf Eurer Reise erlebt. Eure Berichte schwelgen uns immer zum Träumen. Es muss schon eine phantastische Gegend sein. So wünschen wir Euch weiterhin wundervolle Naturerlebnisse und Grüssen Euch Beide
    Mama/Papa

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  2. Hellou zäme,

    Soeben habe ich Euren Reiseblog gelesen. Klingt nach einer super Mischung! Shoppen, Hummer, Burgerstein Vitamine, Natur pur, Driving down the highway, Hummer, Shoppen, Shoppen ;-)!!!!

    Schöne Erzählungen mit schönen Bildern! Der Blog hat mir den Einstieg in die Woche gleich etwas erleichtert!

    Ich wünsche Euch eine gute Heimreise und bin gespannt auf Eure Erzählungen.

    Liebe Grüsse
    Nico

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