Montag, 4. Oktober 2010

up north - welcome to Canada!!

Liebe Daheimgebliebenen

Es erfüllt uns mit tiefer Freude, euch mit diesen Worten anzuschreiben. Weniger deshalb, weil ihr Daheim im gewohnten Umfeld seid, sondern weil dies im Umkehrschluss heisst, dass wir eben unterwegs sind :-)

Den letzten Reisebericht haben wir in Tilton, New Hamshire abgefasst und zwar nachdem wir sämtliche Outlet Stores der Tanger Kette beinahe leer gekauft hatten. Zum guten Glück ist unser Auto mit einem unglaublichen Fassungsvermögen ausgestattet, sodass wir die komplette Beute verstauen konnten. Am Morgen danach traf uns fast der Schlag: es regnete wie aus Giesskannen, oder noch etwas schlimmer… an eine Weiterreise ist natürlich bei diesem Wetter nicht zu denken. Das versteht sich von alleine. So besuchten wir – unschuldig wie eh und jeh – noch die letzten paar bis anhin noch nicht besuchten Läden des Outlet Centers und setzten frohmutig unseren Shopping Trip fort. Das sagenhafte Tämeli kam dann noch auf die Idee, dass die Bestände in den am Vortag leegeshoppten Läden wohl wieder aufgefüllt wären- So suchten wir erlesene Verkaufsgeschäfte zum zweiten Mal auf… immer schlimm, wenn sie dich schon beim Eingang mit Namen anreden und behandeln wie gute Freunde…
Immer noch regnete es in Strömen, aber die Ladekapazität sowie unser Budget neigten sich dem Ende zu. So machten wir uns auf den Weg Richtung Nordosten mit dem Ziel des Acadia National Park. Bedingt durch das viele Wasser auf der Fahrbahn kamen wir aber nicht so schnell voran, wie wir dies gehofft hatten – oder war es die schwere Zuladung im Kofferraum? Nun, vielleicht beides. An diesem Tag schafften wir es zwar an die Küste, jedoch nicht hoch bis nach Bor Harbour, was das Eingangstor zum Nationalpark ist. In Rockport fanden wir ein wirklich nettes kleines Motel, welches unser Nachtquartier darstellte. Da wir aber schon mal endlich wieder an der Küste waren, liessen wir uns noch die Beschreibung von einem guten Lobster-Restaurant geben. Kurze Zeit später sassen wir erneut von einem leuchtend rot anmutenden Tier, lecker gekocht mit feiner Sauce, welchem wir – mittlerweilen fingerfertig und geübt – kurzerhand den Garaus machten! Wieder ein herrliches Mahl, frei nach dem Motto: bei diesen Preisen muss man Lobster speisen!

SONNE!!!!!! Endlich Sonne! Der Tag begrüsste uns mit einem Strahlen und so machten wir uns dann auch zügig auf den Weg, nachdem wir im Motel noch das Frühstück genossen hatten. Der Betreiber – geboren in Irland – gab uns noch viele wohl sehr gut gemeinte Ratschläge, doch haben wir bei dem Akzent, gekoppelt mit dem grossen und dichten Bart sowie dem permanenten Kaugummi im Mund nix verstanden. Der Acadia National Park, welcher wir nach einer guten Stunde erreicht hatten, gefiel uns zwar gut, war aber komplett überlaufen. Dies hing sicherlich auch damit zusammen, dass es seit langem mal wieder schönes Wetter war und dazu noch Samstag. Jedoch in einer Kolonne und im Schritttempo dem Parkway entlang tuckerln entspricht nicht unserer Vorstellung von naturbelassener Idylle. So entschlossen wir uns alsbald, den Park zu verlassen und uns im nächsten Lobster-Restaurant zu stärken. In Meerwasser wird er dort lecker in Kochtöpfen vor dem Haus gegart. Das kraftvolle Tämeli hat diesmal das rote Teil so dermassen geknackt, dass es bis ans Fenster spritze. Wir deklarierten dies als hohe Kunst und verabschiedeten uns, nachdem wir zum Dessert mal noch eine Schüssel Clams (andere Muschelsorte, die man ja nicht als Muscheln titulieren darf) gegessen hatten. So frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg weiter Richtung Norden. Ja, und was kommt denn da herrliches? Genau…. KANADA!
Das gelobte Land – ich weiss, einige mögen uns hier widersprechen – wurde von uns mit einem Asphaltkuss begrüsst (zumindest von allen männlichen Reiseteilnehmern). Ach welch überaus herrliches, wunderbares Land auch! Bevor wir die Grenze überschritten haben, stärkten wir uns noch auf uramerikanische Weise in einem Dunkin Donut Schuppen. Und diese Info ist insofern relevant, als dass sie uns die ganze folgende Nacht begleitet hat. Denn, anstatt gemütlich im Motel zu schlummern, teilte sich Andy aus allen Körperöffnungen so dermassen heftig mit, dass an Schlaf nicht zu denken war. Entsprechend ausgelaugt begann dann auch der heutige Tag. Der aufmerksame Leser weiss nun, dass es kaum das Tämeli ist, welches an diesem Tag das Steuer an sich riss. So quälte sich der Held dieser Geschichte hinters Steuer (etwas Motivation muss sein!) und fuhr via Saint John in den Fundy National Park. Weit weniger besucht und überlaufen präsentiert sich auch dieser von der besten Seite. In Alma haben wir uns nun erneut in einem Motel einquartiert und lassen nun gemütlich den Abend ausklingen.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich für alle Kommentare, SMS und Emails bedanken, die uns während diesen Tagen erreichen. Sie freuen uns wahnsinnig und geben uns in der Ferne ein Stück Heimat!

Stay tuned, wenn es wieder heisst, zwei Reisesemmel auf Lobster-Jagd! Bis dahin von Herzen alles Gute

Shell Cracking Crack Tämeli mit Andy, der den Krähen ruft!

1 Kommentar:

  1. Ihr Lieben zwei (Crack und Chötzlimeier)

    Eure Berichte geniessen wir enorm, schmunzelnd lesen wir über Eure Abenteuer und beneiden Euch dabei ein klein wenig. Aber immerhin, dank dem lebhaften Schreibstil sind wir ja auch ein bisschen mit dabei! Herzlichen Dank und seid beide ganz fest umarmt von Euren
    Parentis
    Mami/Lotti und Papi/Ernst

    AntwortenLöschen